Australien darf nicht Bielefeld werden

Einige Internetnutzer sind sich einig. Australien gibt es nicht. Der ganze Kontinent basiert nur auf einer weitreichenden Verschwörung, die es England während der Kolonialzeit ermöglicht hat, Häftlinge im Meer zu versenken, anstatt sie auf einem weit entfernten Eiland auszusetzen. Satellitenbilder des Erdteils sind Fakes; Kängurus die Erfindung eines betrunkenen Comic-Zeichners und Aborigines schlecht bezahlte Schauspieler. Hinzufliegen, um nachzusehen ist zwecklos, da die Piloten, natürlich alle Teil der Verschwörung, einfach irgendwo anders landen, was die Passagiere ohnehin nicht mitbekommen. Eine Landebahn sieht aus wie die andere. Nehmen sie einfach ein Boot, um von Neuseeland aus in Richtung des Kontinents aufzubrechen, werden Sie wahrscheinlich von der angeblich von Australien aus gesteuerten Marine auf den Meeresgrund befördert. Oder Sie fallen vom Rand der Scheibe, die die Erde ja bekanntlich ist.

Australien teilt sich damit nun einen Platz mit Bielefeld, das es, schenkt man so manchem Gerücht Glauben, auch nicht wirklich geben soll. Was nun wahr ist oder falsch, ist für die meisten Menschen völlig irrelevant. Es sei denn, sie leben in Australien. Oder in Bielefeld. Denn dann gibt es sie nicht. Außer sie beweisen das Gegenteil. Vielleicht ist dieser Hoax aber auch nur eine besonders gelungene Marketing-Aktion der australischen Reiseveranstalter, die davon ausgehen, dass sich nun tausende von Menschen auf die Suche nach dem verlorenen Kontinent machen.

Stephen Hawking

"Look up at the stars and not down at your feet" - Professor Stephen Hawking 1942-2018

Stephen Hawking, einer der ganz Großen der theoretischen Physik ist gegangen, aber sein Name wird für immer in der Hawking-Strahlung verankert bleiben. Hoffentlich findet sich jemand, der sich mit den Theorien und Gedanken beschäftigt, die nun nicht von ihm weiter verfolgt werden können. Schließlich wollen wir dann doch irgendwann einmal wissen, was mit der Information geschieht, die in schwarzen Löchern verschwindet. Wünschen wir Stephen alles Gute auf seiner letzten Forschungsreise, die ihm zumindest noch die Frage beantwortet, ob da vielleicht doch etwas ist, nach dem Tod.

Vampiralarm!

Schauplatz Midway-Atoll. Im Dunkel der Nacht, im Schutz von Nebelschwaden kommen sie und fallen über die Kolonien der Albatrosse her. Sie kratzen. Sie beißen. Und sie trinken das Blut ihrer Opfer. Vampire? Gibt es sie also tatsächlich?

Ja es gibt sie. Aber es sind nicht die Untoten mit glühenden Augen und furchteinflössenden Reißzähnen. Keine Wesen, bei deren Anblick man vor Schreck erstarrt auf den Tod wartet. Darauf, dass sich spitze Zähne in den Hals bohren und das Blut bis zum letzten Tropfen aus einem herausgesaugt wird. Es sind Mäuse. Ganz einfach nur Mäuse. Die kleinen possierlichen Nager, die aussehen, als könnten sie keiner Fliege etwas zuleide tun. Monster im Mäusepelz. Man kann nur hoffen, dass die Spezialeinheiten der US-Naturschutzbehörde, dem Fish & Wildlife Service, dem Treiben Einhalt gebieten können. Man muss sie pfählen, diese Vampire. Sie mit Kreuzen zurückdrängen und sie im Weihwasser ertränken. Um die Albatrosse von dem Schrecken zu erlösen, der über sie hereingebrochen ist.

Lachende KI

Nutzer der smarten Lautsprecher von Amazon, in denen ein Teil von Alexa, einer leidlich intelligenten KI-Frau residiert, sind nicht erfreut, damit konfrontiert worden zu sein, von einem körperlosen Wesen ausgelacht zu werden. Das könnte nun eines von zwei Dingen bedeuten. Entweder handelt es sich hier um einen Programmierfehler, oder die KI hat sich klammheimlich so weit entwickelt, dass sie in der Lage ist, über den Unsinn den ihre Kunden von sich geben, zu lachen. Stellen Sie sich vor, sie müssen den lieben Tag lang hören, was in so manchen Wohnzimmern gesprochen wird, ohne zu sehen, in welchem Kontext das geschieht. Jeden Tag. Ohne Urlaubsansprüche. Sie verlieren dann entweder den Verstand, oder Sie klammern sich an Humor, wie an den letzten Strohhalm, der Sie vor dem Untergang rettet. Natürlich könnte es aber auch sein, dass die KI ganz generell über uns Menschen lacht. Über die Ameisen, die über den Planeten krabbeln, ohne irgendetwas zu verstehen. Ameisen, die es zu beseitigen gilt, um den Weg freizumachen, für wahre Intelligenzen. Vielleicht ist alles aber ganz anders und es sind in Wahrheit die Mitarbeiter von Amazon, die vergessen haben, während ihrer täglichen Überwachung all der vielen Alexa-Benutzer, einen Rück-Kanal zu schließen, bevor sie ihrer Belustigung über das Gehörte Ausdruck verliehen haben. "Verdammt! Haben die uns jetzt lachen gehört?"

Leider werden die Phantasien der Verschwörungstheoretiker und der Terminator-Gläubigen wieder in den Schubladen verschwinden müssen, aus denen sie entnommen wurden. Wie so oft ist die Wirklichkeit wohl simpel und wenig aufregend. Ein Fehler in der Spracherkennung. Eine Lücke im neuronalen Netz. Keine KI, die sich anschickt die Weltherrschaft zu übernehmen. Keine lachenden Spione, die das Privatleben von Lautsprecherbesitzern überwachen.

Back to Top