Staubsaugerroboter

Forscher haben sich einen Staubsauger vorgenommen. Das klingt nicht eben nach etwas, das in der heutigen Zeit noch eingehender Erforschung wert wäre. In diesem Fall war es aber ein kleiner unschuldiger Roboter, der in seine Einzelteile zerlegt und im Zuge dessen einem eingehenden Verhör unterzogen wurde. Hacking nennt man diese Form der Folter auch, wenn das Opfer ein Roboter ist. Die Folterknechte haben dabei herausgefunden, dass der kleine, possierliche Kerl eine Menge an Daten sammelt, während er seine Umgebung von Staub befreit. Diese Daten behält er nicht für sich, sondern teilt sie über die Datenautobahn mit seinen Erzeugern. Diese erhalten also genaue Informationen über die Wohnungen der neuen Besitzer dieser elektronischen Assistant Facility Manager (früher auch als Putzfrauen oder Reinigungskräfte bezeichnet). Eben so viel, wie Roboter mit einem recht einfachen Gehirn wahrnehmen können. Viel mehr als der Grundriss der Umgebung und Aufzeichnungen über die befahrenen Wege ist das kaum. Dennoch ruft dieser Umstand unweigerlich Vertreter der Spezies der Daten-Paranoiker auf den Plan. "Hexenwerk! Ewige Verdammnis!"

Grundsätzlich ist es natürlich nicht wünschenswert, dass all die neuen Helferlein, die uns das digitale Zeitalter beschert, neben der Erfüllung ihrer Funktion auch immer das Sammeln von Daten im Vorbeigehen erledigen. Dennoch sollte berücksichtigt werden, dass die meisten von uns freiwillig viel mehr an Information in sozialen Netzwerken preisgeben, als es ein einfacher Staubsauger-Roboter jemals könnte. Dazu kommt, dass auch eine althergebrachte Reinigungskraft mit der Zeit eine ganze Menge an Wissen über ihre Arbeitgeber sammelt. Und wer kann schon sagen, mit wem sie über das spricht, was sie tagtäglich hört und sieht. Ganz zu schweigen von dem, was sie zu wissen glaubt.

Back to Top